Vortrag von Prof. Dr. Jörg Hörandel, Radboud Universität, Nijmegen, Niederlande

Freitag, 17. April 2026, 19:00 Uhr, Vortragssaal des Faust-Archivs Knittlingen
Eintritt regulär 10 €, ermäßigt 8 €


Erforschen, was die Welt im Innersten zusammenhält

„Dass ich erkenne, was die Welt im Innersten zusammenhält“ – mit diesen Worten beschreibt Goethes Faust seinen unstillbaren Wissensdrang. Was den Gelehrten in seiner Studierstube quälte, ist bis heute eine der grundlegendsten Fragen der Naturwissenschaft geblieben. Eine Frage, die den Blick in zwei Richtungen zugleich öffnet: nach innen und nach außen, ins Kleinste und ins Größte.

Genau diesen Weg beschreitet Prof. Dr. Jörg R. Hörandel in seinem Vortrag. Er führt von der vertrauten Alltagswelt systematisch in die Tiefe der Materie – zu Atomen, Atomkernen und den fundamentalen Teilchen, aus denen alles Sichtbare aufgebaut ist. Und er führt von unserer Milchstraße zu fernen Galaxien, deren Licht Milliarden von Jahren durch den Raum gereist ist, bevor es die Erde erreicht.

Was sich dabei zeigt, ist eine der bemerkenswertesten Einsichten der modernen Physik: dass dieselben Naturgesetze, die im Allerkleinsten wirken, zugleich die Struktur und Entwicklung des gesamten Universums bestimmen.


Prof. Dr. Hörandel leitet die Abteilung für Astrophysik an der Radboud-Universität Nijmegen. Sein Forschungsschwerpunkt gilt der kosmischen Strahlung – hochenergetischen Teilchen, die Aufschluss über fundamentale Prozesse im Kosmos geben. Die experimentelle Arbeit führt ihn an entlegene Observatorien: in die Antarktis und in die argentinische Pampa, wo großflächige Detektoranlagen den Teilchenfluss aus dem All kontinuierlich erfassen.


Gefördert aus Landesmitteln durch die Arbeitsstelle für literarische Museen, Archive und Gedenkstätten in Baden-Württemberg (Deutsches Literaturarchiv Marbach).

Die Ausstellung wird verlängert bis Herbst 2026!

Faust-Museum – Neue Dauerausstellung 2024: Rock als faustische Grenzüberschreitung

Sonderausstellung im Faust-Museum –
12. April 2024 bis Ende 2025

Was hat der Faust-Mythos mit Rockmusik zu tun? Inwiefern spielt Friedrich Nietzsche hier eine Rolle? Und warum wird hier mit dem Gott des Rausches und der Ekstase, Dionysos, argumentiert?

ROCK:

Was im Geist der 1960er Jahre seine erste Blüte erlebt, entsteht schon Anfang des 20. Jahrhunderts aus der Blues-Musik. Den „blue devils“, den melancholischen Geistern und ihren Inspirationen, ergeben sich Musiker, die ihr Außenseitertum durch ein Leben „on the road“, teils exzessiven Alkoholkonsum und musikalische Virtuosität zelebrieren. 

Doch Rock-Musik überschreitet Grenzen im faustischen Sinne nicht nur im Rahmen der Musik und der Kreativität, sondern bietet eine psychisch befreiende Komponente an – auch für den Rezipienten, den Hörer, den Fan.

Genau dieses „Ventil“ des Gefühls beschrieben die Griechen in der mythologischen Götterwelt als das Reich des Gottes DIONYSOS: Sein Reich verheißt Rausch, Genuss, Ekstase – und Erlösung? Auch hier sehen wir Goethes „Faust“-Figur, die nicht nur eine Grenze überschreiten möchte, sondern keine Grenzen anerkennt: ENTGRENZUNG ALS LEBENSPRINZIP.

Ekstase und Erlösung über Musik zu finden, frei zu werden, hat kein Musiker deutlicher künstlerisch und theoretisch artikuliert als Jim Morrison von The Doors. Seine Vision eines erfüllten, harmonischen Lebens, die ganz entscheidend von Friedrich Nietzsche geprägt wurde, steht im Zentrum der neuen Sonderausstellung im Faust-Museum, mit Exponaten, Musik- und Video-Stationen, Grafiken und Texten sowie einen Atmosphäre-Raum: dem „Artificial Paradise“.

Flyer zum Download (deutsch)
Flyer for download (english)

Die Brettener Woche schreibt:

Mit einer Vernissage im Faust-Archiv in Knittlingen hat Denise Roth, Leiterin des Faust-Museums und Faust-Archivs, (…) die neue Sonderausstellung im Faust-Museum eröffnet, die sich dem Zusammenhang von Rockmusik und „faustischer Grenzüberschreitung“ widmet. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Biografie und Werke des Musikers Jim Morrison, Frontmann der Rockband The Doors. Unter dem Titel „Break on Through (To the Other Side)“, benannt nach dem ikonischen Song von The Doors, wird das „faustisch-dionysische Potential“ der Rockmusik beleuchtet. Die Sonderausstellung ist seit Freitag, 12. April, im Faust-Museum zu sehen.

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Einen ausführlichen Artikel zur Ausstellung lesen Sie auch im Mühlacker Tagblatt.

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