Bildung und Vermittlung – Angebote für Lehrer, Schulklassen + Studenten

Faust-Museum

Bildung und Vermittlung

Mit unseren Angeboten zur Aneignung und Vermittlung des Faust-Stoffes werden Dozenten, Lehrer, Studierende und Schüler aller Schularten angesprochen. Die nachfolgenden museumspädagogischen Formate sind dabei als Skizzen zu verstehen, die auf die jeweiligen Bedürfnisse und Anforderungen sowie Vorkenntnisse zugeschnitten werden können.

Museumspädagogische Angebote für Lehrer –
Seminare und Fortbildungen

Eine große Zahl von Mittel- und Oberstufenlehrern, ja sogar Grundschullehrern liest und bespricht mit ihren Schülern Goethes Faust I – auch  unabhängig vom Diktat des Lehrplanes.

Das Faust-Museum/Faust-Archiv der Stadt Knittlingen erweckt als außerschulischer Lernort den häufig schon durch „das kleine gelbe Heft“ als trocken und verstaubt wahrgenommenen „Faust“ auf farbige, lebendige und vielseitige Weise zum Leben. In der Herleitung aus der Geschichte und der Nachzeichnung seines Weges bis in die Neuzeit werden über die Exponate, aber auch über unterschiedliche Medien die Aktualität und unendliche Vielgestaltigkeit dieses gar nicht „alten“ Stoffes verdeutlicht.

Unser Seminar richtet sich an Lehramtsstudierende und Referendare, aber auch Lehrer, die auf neue Ansätze, Wege und Schwerpunkte der Vermittlung des „Faust“ neugierig sind. Der Spaß an Literatur soll dabei im Vordergrund stehen:
 Wie kann der Faust interpretiert werden? Warum hat Goethe sein Gretchen genau so und nicht anders konzipiert? Welche Freiheiten in der Gestaltung hat er im Text belassen? Wie können Schüler für die Poesie und gleichzeitige Prägnanz der Goetheschen Sprache sensibilisiert werden? Was meint ein Satz wie „… was die Welt im Innersten zusammenhält“?

Dabei sollen auch Möglichkeiten vorgestellt und durchgespielt werden, den Schülern zu einer aktiven und schöpferischen Aneignung des Stoffes zu verhelfen – kreative Angebote sind unerlässlich, der Komplexität, der Vielseitigkeit und der Bedeutungstiefe des Themas gerecht zu werden.
Hierbei wird stets auf Impulse der Teilnehmer eingegangen: In Absprache mit ihnen werden Themen und Schwerpunkte gesetzt, die dann gemeinsam und offen für verschiedene Entwicklungswege der Diskussion bearbeitet werden.

Als historischer Ort und Ursprung der Faust-Legende bietet Knittlingen mit seinem Faust-Museum und dem Faust-Archiv die Möglichkeit, „Faust“ mit Erlebnischarakter zu präsentieren.

Angebote für Schüler

Wir bieten Schülern schon vom Kindergarten-Alter an bis zum Abitur verschiedene Möglichkeiten, sich mit dem „Faust“ zu befassen.

Schüler können im Rahmen eines Referats, für BLL (Besondere Lernleistung) oder GFS (Gleichwertige Feststellung von Lernleistungen) eine Führung durch das Faust-Museum erarbeiten.

Inhaltlich können Schwerpunkte gesetzt und eine „Themenführung“ zu einer bestimmten Abteilung des Museums konzipiert werden oder auch alle Räume im Überblick dargestellt werden. Auch die Sonderausstellungen in der Galerie des Faust-Archivs bieten hierfür ein breites Feld. Daneben können museumspädagogische und kuratorische Aufgaben spannende Themen für derartige Lernleistungen sein.

Unterstützung erhalten die Museumsführer durch das Team des Faust-Museums/Faust-Archivs mit persönlicher Beratung, Informationsmaterial, bei Bedarf auch Medien oder in der Frage rhetorischer Präsentation. Sowohl die Bibliothek als auch der Vortragssaal stehen für Vor- und Nachbereitung zur Verfügung.

Museumspädagogische Angebote –
Workshops

Je nach Klassenstufe, zeitlicher Verfügbarkeit und Lehrziel können unterschiedliche Formate angeboten werden.

Basis bildet ein ca. 30 bis 60-minütiger Rundgang durch das Faust-Museum und das Faust-Archiv samt Bibliothek, wobei auf Wunsch und Angabe des Lehrers Schwerpunkte gesetzt werden können.

Im Anschluss daran kann ein Themenfeld herausgegriffen werden, um sich auch über kreative Wege an das Thema „Faust“ heranzutasten.

Unterschiedliche Fächer sind dabei angesprochen: Deutsch, Geschichte, aber auch Geschichte der Naturwissenschaften.

Nach der Diskussion eines Schwerpunktes können Szenen aus „Faust“-Filmen gezeigt und Beispiele musikalischer Faust-Adaptionen zu Gehör gebracht werden. Danach aber sollen die Schüler selbst aktiv und kreativ tätig werden.

Beispiele sind: Eine Diskussionsrunde über die verschiedenen Faust-Figuren mit Rollenspielen, „creative writing“ – das Verfassen einer Faust-Szene, übertragen z. B. auf aktuelle Situationen. Leitfragen: Wo findet sich der Teufelspakt heute? Welche Motive für den Bund mit dem Bösen gibt es heute? Und wie zeigt sich das Böse? Wer ist Mephisto? Und wie sollte man das Geschehen auf dem Theater inszenieren? Aber auch: wie sollte das Museum den Faust präsentieren?

Die Schüler können so in die Rolle eines Schauspielers, eines Dramaturgen, eines Kurators, eines Schriftstellers, eines Journalisten, eines Politikers (…) schlüpfen. All dies öffnet den Blick für die Gestaltung des Stoffes – und lässt den Stoff selbst zu etwas Vertrautem werden.

So wird ein persönlicher Bezug zu diesem alten und doch so aktuellen Thema hergestellt, frei nach dem Motto: Mach Dir Deinen Faust!

All diese Angebote können im Vortragssaal des Faust-Archivs, der über ca. 60 Plätze verfügt, umgesetzt werden.